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Kontakt

Praxis für Urologie
Dr. med. Aref El-Seweifi
Forum Zehlendorf
Teltower Dam 35
D-14169 Berlin
Deutschland

Tel.: +49 30 804 90 950
Fax: +49 30 804 90 951
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Inkontinenz der Frau
Die Behandlung der Inkontinenz mittels unterschiedlicher chirurgischer Techniken einschließlich der ungeeigneten Injektion in den Blasenhals hat zu manchen unerwünschten Ergebnissen, wie z.B. dem Wiederauftreten der Inkontinenz geführt. Dagegen konnten Techniken zur Aufhängung des Blasenhalses vor allem bei Patientinnen, die zuvor noch nicht behandelt wurden, erfolgreich angewandt werden.

Als Inkontinenz bezeichnet man den Verlust der Kontrolle über die Harnblasenfunktion, vor allem einen ungewollten und unbemerkten Abgang von Urin. Die Ursachen hierfür können z.B. eine neurologische Hyperaktivität der Blasenwand oder, häufiger, eine anatomische mechanische Schwäche des Schließmuskels der Blase sein.

Die Ursache, warum viele Frauen unter diesem sozial schwerwiegendem Problem leiden, liegt in einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, eine Verletzung des Schließmuskels der Blase (Sphincter), vorangegangene gynäkologische Operationen oder eine Erkrankung der Harnröhre, die zu einer Verkürzung derselben führt, dadurch nachgibt und nicht mehr in der Lage ist, dem Druck, der im Bauchraum unter bestimmten Belastungen entstehen kann, standzuhalten.

Die Inkontinenz wird in drei Grade unterteilt:     

  1. Urinverlust bei starker körperlicher Belastung
  2. Urinverlust bei leichter körperlicher Belastung, wie z.B. schnelles Gehen, Niesen oder Husten
  3. Urinverlust bei geringer körperlicher Belastung, wie z.B. beim Gehen oder Aufstehen vom Sitzen oder auch ständiger Urinverlust

Das ist die sogenannte Streßinkontinenz, die auch mit der noch belastenderen Dranginkontinenz verbunden sein kann. Die Streßinkontinenz kann durch Operationen, die zu einer Aufhängung des Blasenhalses führen, behandelt werden. Das Prinzip hierbei ist, dass die Harnröhre im Bereich des Blasenhalses mit dem Schambein verankert wird. In den letzten Jahren wurde es möglich, Inkontinenz in verschiedenen Graden durch Injektion von Kollagen in den Blasenhals zu behandeln, um dadurch die Widerstandsfähigkeit dieses Areals zu erhöhen, wenn es höherem Druck ausgesetzt ist. Dieses Verfahren hat vor allem bei voroperierten Patienten Erfolg.

Bei Dranginkontinenz besteht eine Art Überempfindlichkeit gegenüber der normalen Blasenempfindung oder eine Überaktivität des Blasenmuskels selbst. Die Überaktivität des Blasenmuskels kann auch medikamentös behandelt werden. Falls eine medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt, sollte man versuchen, die Aktivierung der Blase durch Injektion von Anästhetika im Wurzelbereich der die Blase versorgenden Nerven an der Wirbelsäule zu reduzieren.     



Anatomie der Frau
Beachten Sie bitte die direkte Beziehung zwischen
Gebärmutter, Enddarm und Bauchfell.
B = Blase / U = Harnröhre
Ut = Harnleiter / M = Auslass



Während der Druckmessung werden die verschiedenen Werte von Blase, Bauch, Harnröhre und Muskulatur des Beckenbodens aufgezeichnet.
Pves = Druck in der Blase
Pabd = Druck im Bauch
Pdet = Druck der Muskulatur der Blase
Qura = Druck in der Harnröhre
EMG = Aktivität der Muskulaturen des Beckenbodens



Wer kommt für diesen Eingriff in Frage?

Patientinnen, die unter Streßinkontinenz, welchen Grades auch immer, leiden, können von der Operation profitieren. Vor allem Patientinnen, die von Streßinkontinenz, Grad II oder Grad III betroffen sind, können so wirksam behandelt werden. Eine Dranginkontinenz muß aber zuvor ausgeschlossen, bzw. behandelt werden.

Bei übergewichtigen Patientinnen ist eine zuvor durchgeführte Gewichtsreduktion ratsam, ebenso der Einsatz einiger physikalischer Hilfen, die das Operationsresultat verbessern können. Es ist möglich, dass die Operation 3 –4 mal wiederholt werden muss, bevor ein zufriedenstellendes Resultat erreicht ist.     

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Patientin liegt wie bei einer gynäkologischen Untersuchung auf dem Rücken. Harnröhre und Blase werden zu Anfang endoskopisch untersucht. Durch aseptische Behandlung erreicht man die Keimfreiheit der Vagina, die anschließend untersucht wird.

Unter lokaler Betäubung erfolgen dann auf beiden Seiten oberhalb des Schambereiches im unterem Bauchbereich zwei seitliche Einschnitte. Dann wird auf jeweils einer Seite ein anchoring metal im Schambeinknochen befestigt. Dann werden zwei Fäden durch die Vaginalwand hindurch eingesetzt und zu den Einschnitten im Bauchbereich zurückgezogen. Diese werden dann an den Metallstücken am Knochen befestigt. Der Effekt dieser Vorgehensweise besteht darin, dass die Wand der Vagina nach oben gezogen wird und dadurch Harnröhre und Blasenhals wieder in richtige anatomische Position zueinander gebracht werden.

Bei einem anderen Operationsverfahren (Burch Operation) wird die vordere Wand der Vagina auf jeder Seite mit drei Stichen an der Knochenhaut der vorderen Beckenknochen fixiert, um so die Harnröhre wieder in ihre normale anatomische Position zu bringen.     

Wie verläuft die Heilung?


Die Behandlung erfolgt ambulant und die Patientinnen werden entlassen, wenn der Urin wieder Klar ist und die Schmerzen abgeklungen sind. Die Patientin sollte in den folgenden Tagen anstrengende Aktivitäten vermeiden. Danach werden spezielle Vaginalstopfen vaginal plugs eingesetzt, um so die Harnröhre zu unterstützen und die Kontinenz wiederherzustellen.     



Schnittführung



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Häufig gestellte Fragen (FAQ):


  1. Tritt Inkontinenz nur im fortgeschrittenen Lebensalter auf?

    Nein, sie kann auch bei jungen Patientinnen, besonders nach einer Schwangerschaft auftreten.

  2. Hängt Inkontinenz mit bestimmten Erkrankungen zusammen?

    Nein, sie kann sich aber bei allen Erkrankungen oder körperlichen Aktivitäten verstärken, die zu einer Zunahme des Druckes im Bauchraum führen, z.B. beim Husten oder Niesen.

  3. Ist ein chirurgischer Eingriff immer angezeigt?

    Nein, dieser ist nur im fortgeschrittenen zweiten oder im dritten Stadium angezeigt.

  4. Welche diagnostischen Möglichkeiten gibt es?

    Eine gute Beschreibung der Krankheitsgeschichte ist der erste und wichtigste Schritt zur Diagnose. Danach folgt die klinische Untersuchung und der Ausschluß einer Blaseninfektion. Die Messung der verschiedenen Drücke innerhalb der Blase und des Bauchraumes (Urodynamische Diagnostik) vervollständigt das Bild und stellt die Indikation zur richtigen Therapie dar.

  5. Warum sollte man den Winkel der Harnröhre am Blasenhals verändern um die Inkontinenz zu behandeln?

    Das macht man, damit der Druck im funktionellen Bereich der Harnröhre unterhalb des Schließdruckes im Bauchraum bleibt, der, wenn er ansteigt, die Harnröhre zusammendrückt.

  6. Ist die Operation schmerzhaft?

    Bei guter Sedierung und lokaler Betäubung im Operationsgebiet und an der Knochenhaut (Periost) läßt sich eine schmerzfreie Operation auch ambulant durchführen.

  7. Gibt es bei dieser Operation eine Erfolgsgarantie?

    Die Aufhängung der Harnröhre stellt eine gute Behandlungsmethode dar und bei sorgfältiger Indikationsstellung ist ein Erfolg garantiert.