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Kontakt

Praxis für Urologie
Dr. med. Aref El-Seweifi
Forum Zehlendorf
Teltower Dam 35
D-14169 Berlin
Deutschland

Tel.: +49 30 804 90 950
Fax: +49 30 804 90 951
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Ureter Steine
Harnsteine entstehen durch Aneinanderheftung kleiner Kristalle (Kristallisierung) in den Nierenkelchen, dem Nierenbecken oder dem Ureter. Sie bilden sich in erster Linie innerhalb der Niere und lagern sich dann entlang des Harnleiters ab. Stark konzentrierter Urin führt zur Anhäufung von Kristallen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Nierensteine bilden.

Je kleiner der einzelne Stein ist, desto eher kann er den Körper wieder verlassen, ohne dabei eine Störung zu verursachen (spontaner Abgang). Die Steine, die zu einem Spontanabgang neigen, sind im Durchmesser selten größer als 2-3 mm. Größere Steine erfordern eine andere Therapie.

Harnsteine bestehen aus unterschiedlichen Komponenten, z. B. aus Calciumoxalat, Calciumphosphat, Harnstoff, Cystin oder anderen Substanzen. Sie treten vor allem bei Erwachsenen auf, in geringem Ausmaß aber auch bei Kindern.

Es kann unter Umständen hilfreich sein, auf Schokolade, Tomaten, Spinat (enthält Oxalat) und Milch (enthält Calcium) zu verzichten. Die Wirksamkeit einer solchen Diät ist aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Die beste Methode, um der Bildung von Harnsteinen vorzubeugen, besteht in der täglichen Aufnahme von mindestens 2 Litern Flüssigkeit, am besten in Form von Wasser. Dadurch wird der Urin verdünnt, was die Wahrscheinlichkeit einer Kristallbildung, bzw. Steinbildung beträchtlich verringert.

Die Therapie beim Auftreten von Nierensteinen ist abhängig von deren Größe und den durch sie verursachten Symptomen.
Sind die Steine sehr klein, verursachen sie keine Symptome und werden vom Körper ohne weitere Hilfsmaßnahmen ausgeschieden.

Bis zu einer bestimmten Größe lassen sie sich am besten maschinell zertrümmern. Man spricht hier von der sogenannten elektromagnetischen Stoßwellenlithotripsie (ESWL).

Ist der Stein aber groß und verursacht dadurch eine Erweiterung des Nierenbeckens, dann schiebt man von außen einen Katheter bis ins Nierenbecken vor, um so den Druck, der auf dem Nierenbecken lastet, zu verringern und die dadurch bedingten Schmerzen zu lindern. Anschließend wird der Stein dann durch die ESWL zertrümmert oder, in manchen Fällen, mit Hilfe eines Lasers, den man durch ein Endoskop bis an den Stein vorschieben kann. Man spricht in diesem Fall von der sogenannten Ureterolitholapaxie (URL).     



X- ray of ureteric stone
Note that the stone is projecting along the anatomic course of the ureter downwards S stone


Für welche Patienten eignet sich die ESWL?

Patienten, bei denen sich Harnsteine im Harnleiter befinden, können mit dieser Therapie gut behandelt werden.

Steine in Höhe der Beckenknochen sind jedoch sehr schwer zu lokalisieren. Hier muss manchmal Röntgenkontrastmittel zu Hilfe genommen werden. Dieses wird entweder intravenös oder, in manchen Fällen, über den Nierenkatheter verabreicht.     

Wie läuft die Steinzertrümmerung per ESWL ab?

Zuerst wird der Stein durch eine Röntgenkontrastmittel-Untersuchung (Urogramm) sichtbar gemacht. Dann legt sich der Patient je nach Lage des Steines auf den Rücken oder Bauch, und an den betroffenen Körperstellen werden spezielle Wasserkissen angebracht.

Jetzt wird der Stein nochmals mit einem Röntgengerät sichtbar gemacht und mittels eines Gitternetzes auf einer Mattscheibe genau bestimmt. Daraufhin wird der Stein Schallwellen ausgesetzt. Diese Schallwellen haben anfangs eine eher niedrige Intensität, die nach und nach bis zu einem bestimmten Limit ansteigt. Die Anzahl der Schallwellen-Impulse und ihre Frequenz werden ebenfalls festgelegt. Der Patient erhält eine physiologische Kochsalzlösung als Infusion. Einige Patienten, die während der Behandlung über Schmerzen klagen, erhalten ein Schmerzmittel.

Nach der Behandlung kann sich der Urin vorübergehend rot anfärben, was aber im Rahmen der Behandlung vollkommen normal ist.     

Wie läuft die URL ab?

Diese Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt.
Mit Hilfe eines Zystoskops wird zunächst die Harnblase untersucht. Dann wird der betreffende Harnleiter mit Hilfe von Röntgenkontrastmittel unter Röntgenkontrolle aufgesucht und mit einem dünnen Katheter, der durch einen weichen speziellen Führungsdraht gesichert wird, von der Blase aus geweitet.

Anschließend wird der Stein aufgesucht, mit einem ‚Steinkörbchen‘ festgehalten und mit Hilfe von Ultraschall oder Laserenergie zertrümmert. Danach werden die zertrümmerten Reste des Steins aus dem Harnleiter gezogen.

In manchen Fällen wird dann noch ein sogenannter „Double-J“ (D-J) Katheter zur Drainage von Niere und Ureter eingelegt.     



Ureteric stone
Note the dilatation of the ureter arround the stone then
its narrowing behind it.
K = kidney
U = ureter
S = stone


Häufig gestellte Fragen (FAQ):

  1. Was versteht man unter der nicht invasiven Behandlung von Nierensteinen?

    Die berührungsfreie Zertrümmerung von Nierensteinen wird durch eine spezielle Energie (elektromagnetisch, hydraulisch oder piezoelektrisch) erreicht.

    Diese Energie wird über Wasser, bzw. über den Körper, der zu einem großen Anteil aus Wasser besteht, direkt auf die Oberfläche des betreffenden Steines übertragen. Da die Steinoberfläche hart ist, kann sie die Energie nicht übertragen. Das hat zur Folge, dass der Stein in kleine Teile zerbricht.

  2. Ist die ESWL zur Behandlung aller Arten von Nierensteinen geeignet?

    Nein, sie eignet sich nur zur Behandlungen von Steinen mit niedrigem Wassergehalt.

  3. Weiche Steine können nicht zertrümmert werden?

    Bei großen Steinen dauert es sehr lange, bis sie auf die Behandlung ansprechen. Deshalb sind auch sie mit dieser Methode nur schwer zu behandeln.

  4. Ist die ESWL-Behandlung schmerzhaft?

    Meist nicht. Wenn ein Teil der Energie aber vom Brustkorb (den Rippen) oder den Beckenknochen absorbiert wird, kann es zu Schmerzen kommen.

  5. Kann das Auftreten von Schmerzen während der Behandlung verhindert werden?

    Ja, sollte es zu Schmerzen kommen, wird ein Schmerzmittel intravenös verabreicht. Im Allgemeinen treten während der Behandlung aber keine starken Schmerzen auf.

  6. Kommt es sofort nach der ESWL-Behandlung zum Verschwinden der Steine?

    Nein, es dauert einige Tage oder Wochen, bis die Steine verschwunden sind. Dieser Prozess ist außerdem abhängig von Größe und Auflösungsgrad der Steine.

  7. Ist eine URL schmerzhaft?

    Nein, denn die Behandlung erfolgt unter Narkose.

  8. Welche Komplikationen können nach einer URL auftreten?

    Zu den möglichen Komplikationen zählen eine Verletzung der Harnleiter, eine Schwellung der Harnleiter oder das Entstehen einer Infektion.

  9. Wann wird der Harnleiterstent wieder entfernt?

    Manchmal schon am nächsten Tag. In den meisten Fällen jedoch innerhalb weniger Tage.

  10. Wie wird er entfernt?

    Er wird mit Hilfe eines Zystoskops entfernt. Das geht sehr schnell und verursacht keine Schmerzen.

  11. Werden alle Steine durch die URL entfernt?

    Meist ja. Manchmal wandern Steinfragmente nach der Zertrümmerung im Harnleiter ein Stück nach oben. In solchen Fällen wartet man ab, bis sie spontan ausgeschieden werden.

  12. Was ist bei einer Verletzung oder Schwellung der Harnleiter zu tun?

    Um zu verhindern, dass der Nierendruck ansteigt, und um zu gewährleisten, dass der Urin abfließen kann, wird in solchen Fällen vom Arzt ein Drainageröhrchen in die Niere eingelegt.

  13. Was kann man selbst tun, um vorhandene Nierensteine zu beseitigen?

    Man sollte mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, am besten Wasser, und sich darüber hinaus viel bewegen, um das Abfließen der Steine über den Harnleiter in die Blase zu unterstützen.

  14. Sollten nach der Behandlung Medikamente verabreicht werden?

    Durch spezifische Medikamente, die als Kapseln verabreicht werden, kann das Abfließen der Steine unterstützt werden.

  15. Wie kann man verhindern, dass es zur Bildung von Steinen kommt?

    Am besten durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (möglichst 2 Liter am Tag, am besten Wasser). Wer sich in warmen Ländern aufhält, sollte noch mehr Flüssigkeit zu sich nehmen.
    Bei Herzerkrankungen sollte die geeignete Flüssigkeitsmenge vorher mit einem Internisten abgesprochen werden.

  16. Stimmt es, dass Sand und Staub die Bildung von Steinen verursachen können?

    Nein, das trifft nicht zu.

  17. Kann man das Auftreten von Steinen durch bestimmte Diäten verhindern?

    Hierüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Ein sehr wirkungsvoller Schutz besteht bei ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und bei Einnahme spezifischer Medikamente (unter ärztlicher Aufsicht).

    Es besteht kein Anlass zur Einhaltung strikter Diätmaßnahmen, außer beim Auftreten von ganz bestimmten, allerdings selten vorkommenden Steinen.