| Hypospadie |
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Die Fehlentwicklung der Harnröhre führt zu Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung und zur Unfähigkeit der Insemination d.h. zur Unfähigkeit, den Samen in die Vagina auszustoßen (Ejakulation). Dies führt zur Infertilität (Unfähigkeit ein Kind zu zeugen). Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beeinträchtigung der kindlichen Psyche, wenn das Kind sich mit anderen Kindern vergleicht. Daher ist es wichtig, diese Fehlbildung bereits vor dem Eintritt in die Schule chirurgisch zu korrigieren. Als Hypospadie bezeichnet man die Fehlentwicklung der Harnröhre bzw. eines Teiles davon während der Entwicklung des Kindes in der Gebärmutter. Die Fehlentwicklung kann auf das letzte Ende der Harnröhre (distale Hypospadie), auf den mittleren Teil (penoskrotale Hypospadie) oder auf die Penisbasis (skrotale Hypospadie) beschränkt sein. Die Harnröhre entwickelt sich aus einer speziellen Platte, die auf dem unteren Teil des Penis liegt (Harnröhrenplatte). Kommt es während dieser Entwicklung nicht zur röhrenförmigen Ausbildung dieser Platte, dann entsteht die sogenannte Hypospadie.
Wer kommt für diesen Eingriff in Frage? Alle Patienten, bei denen eine Hypospadie vorliegt profitieren unabhängig von deren Alter von der Operation. Der beste Zeitpunkt für die Operation ist das Alter zwischen 6 Monaten und der Einschulung. Die Korrektur der Hypospadie kommt dem Patienten bei dessen psychischer Entwicklung zugute und beeinflusst auch dessen Verhältnis zum anderen Geschlecht. Wie läuft der Eingriff ab? Die Operation stellt für jeden Chirurgen eine große Herausforderung dar. Man muss den Patienten untersuchen und sich entscheiden, welche Operationstechnik unter strengen Sterilitätsbedingungen in angemessener Zeit durchführbar ist, um so die Narkosedauer auf ein Minimum zu reduzieren. Die Herausforderung besteht darin, ein haarloses Stück Haut mit ausreichender Blutzufuhr zu finden, um damit den Defekt zu verschließen und gleichzeitig das kosmetische Erscheinungsbild des Penis zu bewahren. Der Penis muss nach der Operation gerade, funktionell und kosmetisch von guter Erscheinung sein. Die Hautinsel, die zur Schließung des Defekts verwendet wird, kann der Vorhaut entstammen, dem Penis selbst, der Innenseite des Oberarms, der Mundschleimhaut oder es kann auch AlloDerm mit patienteneigenen Zellen verwendet werden (noch in der Experimentalphase). Das Kind liegt auf dem Rücken, der Penis wird sterilisiert. Das betreffende Areal wird nochmals genau untersucht, um sich für den Bereich zu entscheiden, aus dem die betreffende Hautinsel entnommen wird. Die Hautinsel kann ein freies Hautstück sein oder ein Hautstück, was, an dessen ursprüngliche Blutversorgung gebunden, an die neue Stelle rotiert wird. Der Penis wird dann künstlich in erigierten Zustand versetzt, um so mögliche Krümmungen zu sehen, die dann korrigiert werden können. Das entnommene Hautstück wird dann wie ein Laken über dem Defekt plaziert, dieser muss groß genug sein, um einen Katheter mit einem Durchmesser von 10 Ch. aufnehmen zu können um so jegliche Verengung der zukünftigen Harnröhre oder des Meatus (Harnröhrenöffnung nach außen) zu vermeiden. Das den Defekt bedeckende Hautstück wird nun mit der verbliebenen Platte der Harnröhre mit sehr dünnem Faden unter mikrochirurgischer Vergrößerung vernäht. Die neue Harnröhre wird dann mit der mobilisierten Haut des Penis bedeckt. Anschließend erhält der Penis einen Kompressionsverband. Eine haarfreie Hautinsel wird benutzt, um die Harnröhre über einen großlumigen Katheter wiederherzustellen. Dies geschieht mikrochirurgisch in zwei wasserundurchlässigen Schichten, um möglichst so keine Fisteln entstehen zu lassen (Löcher an der Nahtlinie nach der Operation). Die neue Röhre ersetzt die fehlende Strecke der Harnröhre vom Ansatz der vorhandenen kurzen Harnröhre bis zur Penisspitze. Die neue Harnröhre wird mit Haut bedeckt. Wie verläuft die Heilung? Der Katheter verbleibt als Drainage und als Unterstützung der neuen Harnröhre für ca. 3 Tage in der Blase. Die Wunde wird täglich kontrolliert. Nach drei Tagen wird das Kind entlassen. Bis zur endgültigen Heilung kontrolliere ich die Wunde jeden zweiten Tag. Nach 6 Monaten wird eine Nachfolgeuntersuchung durchgeführt, um so eine mögliche Fistelbildung (Bildung von Löchern innerhalb der Harnröhre) erkennen und entsprechend behandeln zu können. Häufig gestellte Fragen (FAQ):
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