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Die Entfernung der Hoden
Die Entfernung der Hoden wird als subkapsuläre Ochiektomie bezeichnet. Darunter versteht man die Entfernung von Gewebe innerhalb des Hodens, welches Hormone produziert. Die Kapsel des Hodens (Tunica albuginea) und die Samenstrukturen (Samenstrang und Gefäße) bleiben unberührt.

Die Operation wird bei Prostatakrebs durchgeführt, denn Prostatakrebs ist an das Vorhandensein des männlichen Hormons Testosteron gebunden. Testosteron wird zu 90% in den Hoden produziert. Durch die Entfernung der Hoden wird das im Blut vorhandene Testosteron zu einem beträchtlichen Maß reduziert. Das beeinflußt den Prostatakrebs erheblich.      



Hoden vor der Operation
Beachten Sie das Volumen des Hodens auf beiden Seiten
E = Nebenhoden / T = Hoden


Freigelegtes Hodengewebe
Hormonproduzierende Gewebe sind abgetragen



Hoden nach der Operation
Beachten Sie das geringe Volumen der gebliebenen Hülle des Hodens



Wer kommt für diesen Eingriff in Frage?

Alle Patienten, die an Prostatakrebs erkrankt sind, und bei denen das Krebsgewebe nicht durch eine radikale Operation entfernt werden kann, kommen für diese Operation in Frage. Unter einer radikalen Operation versteht man eine offene Operation, bei der die Prostatadrüse und deren Lymphknoten vollkommen entfernt werden.      

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Operation kann unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Ein Einschnitt erfolgt in der Mittellinie des Hodensacks, der Hoden wird entnommen. Die Umhüllungen und die Kapsel werden in ihrer Längsachse eingeschnitten, dann wird das Hodengewebe mit einem scharfen Löffel entfernt. Mit Hilfe von Nähten im zentralen Teil des Hodens wird eine mögliche Blutung verhindert. Dann wird die Kapsel des Hodens und dessen Umhüllungen wieder verschlossen und er wird zurück in den Hodensack gelegt. Genauso verfährt man mit der anderen Seite. Danach wird der Hodensack wieder Schicht für Schicht verschlossen.      



Schnittführung



Häufig gestellte Fragen (FAQ):


  1. Warum stellt die Entfernung der Hoden eine gute Behandlung bei Prostatakrebs dar?

    Prostatakrebs wird hauptsächlich vom männlichen Hormon Testosteron, dass hauptsächlich im Hoden gebildet wird, beeinflußt. Der Entzug dieses Hormons beeinflußt Prostatakrebs in einem sehr hohen Maß.

  2. Gibt es noch eine andere Methode der Hormonbehandlung, um Prostatakrebs auf eine andere Art, als durch die Entfernung der Hoden zu behandeln?

    Ja, eine Spritze alle drei Monate mit Lutenisierendem Hormon Releasing Hormon Analoga (LHRH-Analoga), eine ähnliche Substanz wie das natürliche LHRH, bringt dieselben Resultate.

  3. Warum sollte ich mir die Hoden entfernen lassen, wenn eine Behandlung mit LHRH-Analoga die selben Ergebnisse bringt?

    Man benötigt monatlich oder alle 3 Monate eine Spritze. Die Behandlung ist sehr teuer. Der Effekt der Behandlung ist zwar gleich, aber die Behandlung muß im Gegensatz zu dem einmaligen ambulanten Eingriff, der nur ca. 30 Minuten dauert, ständig durchgeführt werden. Der einzige Vorteil ist die Vermeidung des Operationsrisikos, das aber sehr gering ist.

  4. Gibt es bei nicht operablem Prostatakrebs auch noch andere Behandlungsmöglichkeiten?

    Ja, die sogenannte Brachytherapie. Diese wird aber nur bei Prostatakrebs von geringem Ausmaß und auch nur in dessen Anfangsstadium durchgeführt. Hierbei werden kleine radioaktive Strahler in die Prostata eingesetzt, die dort auf lange Sicht verbleiben.

  5. Kann es zu Komplikationen beim Entfernen der Hoden kommen?

    Außer dem generellen Risiko bei diesem kleinen Eingriff wäre noch die Blutansammlung im Hoden zu nennen. Auch hat die Operation einen Einfluß auf die Potenz. Vor der Operation sollte man Medikamente einnehmen, um das unangenehme Spannungsgefühl in der Brust und deren mögliche geringfügige Vergrößerung zu vermeiden.

  6. Wird man nach Entfernung der Hoden weiblich?

    Man verliert die Erektionsfähigkeit und es kann zu einer minimalen Vergrößerung der Brust kommen. Sonst kann man ziemlich normal leben und hat den Vorteil, dass die hormonabhängigen Krebszellen der Prostata direkt behandelt werden.

  7. Kann ich nach der Operation wieder Erektionen bekommen?

    Ja, durch die Implantation einer Penisprothese.

  8. Ist die Operation eine Garantie dafür, dass es zu einer Heilung des Prostatakrebses kommt?

    Die Entfernung der Hoden hat einen heilenden Einfluß auf die hormonabhängigen Krebszellen der Prostata. Es kann vorkommen, dass es nach einiger Zeit zum Wachstum von hormonunabhängigen Zellen kommt. Dann ist eine Strahlentherapie oder Chemotherapie möglich.