| Leistenhoden |
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Der Hoden entwickelt sich zuerst in der Bauchhöhle. Er gelangt erst zur Zeit der Geburt in den Hodensack. Den Weg von der Bauchhöhle in den Hodensack legt er durch den Leistenkanal (Canalis inguinalis) zurück. Dieser Kanal beginnt in der Bauchhöhle an der sogenannten inneren Öffnung (innerer Ring) und endet an der sogenannten externen Öffnung (äußerer Ring). Während dieses Abstieges von der Bauchhöhle in den Hodensack kann es zu Störungen kommen, die dazu führen, dass der Hoden sein Ziel nicht erreicht, sondern unterwegs stecken bleibt. Ursache hierfür kann eine kurze Hodenarterie oder ein kurzes Band (Gabernaculum), welches den Hoden am Boden des Hodensacks fixiert, sein. Auch kann ein zu kurzer Samenstrang Ursache für einen nicht vollständig abgestiegenen Hoden sein. Der Hoden kann in der Bauchhöhle oder in der Leiste stecken bleiben oder sich auch als sogenannter Pendelhoden zwischen Hodensack und einer anderen Stelle oberhalb des Hodensacks hin und her bewegen. Es ist wichtig, dass sich der Hoden dauernd oder zumindest die meiste Zeit innerhalb des Hodensacks befindet, da er zu seiner einwandfreien Funktion, bzw. um die Gefahr der Krebsentstehung zu vermeiden, eine um ca. 1-1,5 C° niedrigere Temperatur als die eigentliche Körpertemperatur benötigt. Für einen Leisten oder Pendelhoden besteht auch die Gefahr einer Verletzung.
Wer kommt für diesen Eingriff in Frage? Alle Kinder, die älter als ein Jahr sind und deren Hoden sich die meiste Zeit nicht im Hodensack befinden, sollten operiert werden. Wie läuft der Eingriff ab? Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Das Kind liegt auf dem Rücken. In der Leistenregion wird ein Einschnitt gemacht und der Hoden wird nach aussen gelegt. Dann werden Arterie, Vene und Samenstrang freipräpariert und der Hoden, soweit es die Länge der genannten Strukturen erlaubt, bis zum tiefsten Punkt innerhalb des Hodensacks gebracht. Der Hoden sollte dann spannungsfrei fixiert werden. Um zu diesen Strukturen zu gelangen und sie anschließend großzügig zu lockern, kann es erforderlich sein, das Bauchfell (Peritoneum) zur Seite zu schieben. Die Haut des Hodensacks wird unter Spannung gehalten und zwischen Haut und subkutanem Bindegewebe wird eine Tasche präpariert, die groß genug sein muss, um den Hoden darin einzusetzen. Dann wird der Hoden mit Hilfe von Fäden in diese Tasche gezogen ohne dass er dabei unter Spannung gerät und anschließend fixiert. Danach wird die Wunde Schicht für Schicht verschlossen und verbunden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ):
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