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Refertilisation (Epidedymovasostomie)
Der Einzug der Mikrochirurgie in die Urologie ermöglichte die Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit durch eine sogenannte Umkehrungs- oder Rekanalisations-operation des Samenleiters oder Nebenhodens. Die Operation erfordert ein Operationsmikroskop, mikrochirurgische Instrumente und Nähte, sowie chirurgisches Geschick.

Der Samenleiter (Ductus deferens) ist der Verbindungskanal zwischen Nebenhoden und Harnröhre. Die Spermien gelangen über diesen Weg in die Samenblasen. Aber über den Samenleiter können ebenso Bakterien aus der Harnröhre in den Nebenhoden gelangen und dort eine Entzündung, bzw. Infektion des Nebenhodens (Epididymitis) verursachen. Der Nebenhoden ist ein zusammengeknäuelter Schlauch, der Hoden und Samenleiter verbindet.

Eine sogenannte Kanalisation (Verbindungsoperation) wird z.B. bei angeborenem Verschluss (Obstruktion) des Samenleiters oder bei einem Verschluss, der auf eine Operation oder auf eine Verletzung zurückzuführen ist, durchgeführt.

Eine Rekanalisationsoperation, d.h. eine Operation, die den Samenleiter wieder durchgängig macht, nachdem er zuvor operativ undurchlässig gemacht wurde, wurde bisher nur in wenigen Fällen nach einer in der Vergangenheit durchgeführten Sterilisationsoperation (Vasektomie) durchgeführt.      



Vasoepidedymostomy
Note that the vas is directely attached to the head of the epidedymis and is enclosed in a sheath of connective tissue.
Ve = vasoepidedymostomy


Wer kommt für diesen Eingriff in Frage?

Diese Operation eignet sich für Patienten, bei denen ein Verschluß des Samenleiters in direkter Nähe zum Nebenhoden vorliegt.      

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Operation kann in Vollnarkose oder unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Der Patient liegt auf dem Rücken. Der Samenleiter wird aufgesucht und durch einen Einschnitt im Hodensack freigelegt. Anschließend werden Samenleiter, Blutgefäße der Hoden und die Hoden nach außen gelegt.

Der Samenleiter wird untersucht, wenn es sich um eine primäre Sterilität (angeboren) handelt. Dann wird er als Schlaufe geformt, und mit einer sehr feinen Nadel eingestochen, um eine Kochsalzlösung in ihn einspritzen zu können. Dadurch kann man sehen, ob er durchgängig ist. Sollte es hierbei zu Problemen kommen, wird unter Röntgenkontrolle ein Kontrastmittel eingespritzt, um den Abschnitt, in dem der Samenleiter verschlossen ist, genau bestimmen zu können. Wenn Das betroffene Gebiet unterhalb der Beckenknochen-ebene liegt (das ist das am weitesten entfernte Gebiet, dass noch operativ zu erreichen ist), wird es anschließend operativ aufgesucht und freipräpariert. Der verschlossene Teil wird nun transversal eingeschnitten und auf beiden Seiten soweit eingeschnitten, bis man wieder auf durchgängiges Lumen trifft. Nun wird das Lumen untersucht, um eine Anastomose (Verbindung) bilden zu können.

Hierbei kommt es gewöhnlich zu einer Erweiterung des Nebenhodens, die auf die Dehnung seiner Tubuli (Kanälchen) zurückzuführen ist. Mit einer speziellen Nadel wird nun aus dem erweiterten Teil des Nebenhodens eine Spermienprobe entnommen, die anschließend mikroskopisch untersucht wird, um die Spermienqualität bestimmen zu können. Nun wird die Membran, die den Nebenhoden umgibt, fenestriert, dass heißt, sie erhält mit Hilfe chirurgischer Instrumente eine winzige fensterartige Öffnung. Durch diese Öffnung hindurch wird nun unter 400-facher Vergrößerung eine Schlaufe des Nebenhodens nach außen gezogen und anschließend mit einer Mikroschere eröffnet. Das Ende des Samenleiters und das Ende des Nebenhodens werden dann mit einem speziellen Retraktor zusammengehalten und auf einen klaren Hintergrund gelegt.

Dann werden sie mit Hilfe eines chirurgischen Mikroskops und mikrochirurgischer Instrumente an der den Samenleiter auskleidenden Schleimhaut (Mucosa) verbunden. Spezielles Nahtmaterial verhindert mögliche Gewebereaktionen, bzw. Reaktionen innerhalb des Lumens. Die Muskelschicht der äußeren Schicht des Samenleiters und die Kapsel des Nebenhodens werden mit einer zweiten Naht versehen. Das Gebiet, in dem die Anastomose (Verbindung) durchgeführt wurde, wir dann mit zwei Stichen an umliegendem Gewebe fixiert, um es dadurch unbeweglich zu machen.

Dann werden wieder alle Strukturen in den Hodensack eingelegt und die Wunde Schicht für Schicht verschlossen. Ebenso wird, falls notwendig, mit der anderen Seite verfahren, danach wird die Wunde mit einem Verband versehen. Samenleiter und Nebenhoden heilen innerhalb von 4 Tagen. Die vollständige Heilung erfordert 10 Tage.      


Häufig gestellte Fragen (FAQ):


  1. Was sind die Gründe, die zu einem Verschluss des Samenleiters führen?

    Die Gründe hierfür können sein: angeborene Fehlbildungen (in manchen Fällen fehlt der Samenleiter gänzlich), Operationen, besonders im Bereich der Leiste, Verletzungen, Infektionen, Bestrahlungen, Kontrastmittelinjektionen bei Durchführung einer Vasektomie oder ein nicht erfolgreicher Versuch, dessen Durchgängigkeit wiederherzustellen.

  2. Kann man eine Rekanalisation in jedem Stadium der Obstruktion durchführen?

    Nein, es gibt hier bestimmte Einschränkungen. So kann man die Operation nicht durchführen, wenn sie z.B. auf Höhe der Beckenknochen oder tief im Becken selbst gelegen ist. Auch eine zwischen Nebenhoden und Hoden gelegene Obstruktion ist nicht zu operieren.

  3. Ist eine Rekanalisation immer nach einer bereits früher durchgeführten Vasektomie (Sterilisation) durchführbar?

    Nein, es gibt hier eine Zeitspanne, die 5 Jahre nicht überschreiten sollte. Nach einer Vasektomie kommt es zu einem Druckanstieg in dem Teil des Samenleiters, der an den Hoden anschließt. Dieser Druckanstieg führt zu einer Verminderung der Samenproduktion und dessen Qualität, was nach einem Zeitraum von 5 Jahren nicht mehr rückgängig zu machen ist.

  4. Kann die Operation auch ambulant durchgeführt werden?

    Ja, aber es ist nicht empfehlenswert, da die Einhaltung körperlicher Ruhe zur Heilung der Mikroanastomose notwendig ist. Ebenso ist es wichtig, die Nähte nicht zu gefährden.

  5. Wie hoch ist die Erfolgsquote der Operation?

    Sie ist abhängig von der Erfahrung des Operateurs und der Ausstattung im Operationssaal. Unter optimalen Bedingungen beträgt die Erfolgsrate 30 – 40%.

  6. Welche Komplikationen können bei der Operation auftreten?

    Die möglichen Komplikationen bestehen in einem erneuten Verschluß, einer Infektion oder einem Mißerfolg der Operation, was allerdings nur sehr selten der Fall ist. Andere Komplikationen sind Bluterguß, Samensammlung (Granulom) in den Hodensack und Wundheilungsstörung.

  7. Kann eine Schwangerschaft nach erfolgreich durchgeführter Operation garantiert werden?

    Statistiken zeigen, dass die Erfolgsrate einer geglückten Operation und einer Schwangerschaft nicht übereinstimmen. Eine Schwangerschaft tritt in 40% der Fälle ein, wenn die erwähnte Erfolgsrate bei der Operation erreicht wurde. Die erfolgreiche Operation ermöglicht aber eine vielversprechende Grundlage, um dem Kinderwunsch des Paares gegebenenfalls mit anderen Methoden zum Erfolg verhelfen zu können.

  8. Was für eine Narkoseart wird verwendet?

    Allgemeine Narkose.

  9. Beeinträchtigt die Operation die Sexualität?

    Nein.

  10. Ist die Belastung durch die Operation groß?

    Die Belastung ist im Vergleich zu einer Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Samenleiter groß.

  11. Wann kann ich den Geschlechtesverkehr wieder ungestört ausüben?

    Sechs Wochen nach der Operation.