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Testikuläre Spermien Extraktion (TESE) |
Die Hoden sind für die Produktion der Spermien verantwortlich (Spermatogenese). Sie produzieren darüber hinaus auch das männliche Hormon Testosteron. Unter Azoospermie versteht man den Zustand der männlichen Unfruchtbarkeit, weil im Sperma keine Samen vorhanden sind. Die möglichen Ursachen hierfür sind entweder ein Verschluß der Samengänge seminal ducts, des Samenleiters (Ductus deferens) oder die mangelnde Produktion oder Ausreifung der Samen innerhalb des Hodengewebes.
Die genaue Ursache hierfür läßt sich durch einen operativen Eingriff, während dem eine Gewebeprobe (Biopsie), entnommen, eingefroren und histologisch untersucht wird, um das eventuelle Vorhandensein von Krebs ausschließen zu können.
 Vor dem Eingriff B = Gewebeentnahme / T = Hoden E = Nebenhoden / Vd = Samenstrang
 Der Schnitt ist klein, das entnommene Gewebe ist weizenkorngroß, die Entnahme erfolgt schichtweise (Sandwitchtechnik). I = Schnitt
Wer kommt für diesen Eingriff in Frage? Patienten, deren Partnerinnen trotz zahlreicher Versuche innerhalb eines Jahres nicht schwanger wurden und in deren Sperma sich keine Samenzellen nachweisen lassen. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass sich der Hormonstatus dieser Patienten im Normbereich befindet. Wie läuft der Eingriff ab? Der Patient liegt auf dem Rücken. Es erfolgt eine Injektion mit einem Lokalanästhetikum in der Umgebung des Samenleiters und der Hodengefäße in den Hodensack. Anschließend erfolgt ein kleiner Einschnitt in die Mitte des Hodensacks. Der Hoden wird dann freigelegt und über einen Einschnitt von 2 mm Länge eröffnet. Es werden etwa 3 – 5 Proben entnommen, die in einer speziellen Nährlösung aufbewahrt werden. Über den selben Einschnitt im Hodensack erfolgt anschließend eine Probeentnahme aus dem anderen Hoden. Danach wird die Wunde verschlossen und verbunden.
 Schnittführung
Häufig gestellte Fragen (FAQ):
- Warum ist eine Biopsie des Hodens sinnvoll, obwohl im Spermiogramm doch gar keine Spermien nachgewiesen wurden?
Spermien entwickeln sich in den Hodenzellen. Die Biopsie wird mikroskopisch untersucht, um festzustellen, ob Spermien vorhanden sind, bzw. in welchem Entwicklungsstadium sie sich befinden. Das Ergebnis ist sehr wichtig, um eine Entscheidung treffen zu können, ob eine intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), darunter versteht man die direkte Injektion von Spermien in das reife Ei der Frau, eine sinnvolle Therapie darstellen könnte.
- Kann man die extrahierten Spermien zur Befruchtung eines Eis benutzen?
Ja, wenn sich die Samenzellen in einem bestimmten Entwicklungsstadium befinden. Dann kann man eine Samenzelle isolieren und diese unter dem Mikroskop in die Eizelle der Frau injizieren.
- Besteht die Gefahr, dass vom Hoden nach der Operation keine Spermien mehr produziert werden oder dass es zur Entwicklung von Hodenkrebs kommt?
Nein, denn die Funktion der Hoden bleibt unverändert und es ist nicht zu erwarten, dass es nach der Operation zur Entwicklung von Hodenkrebs kommt.
- Hat die Operation einen Einfluß auf das Sexualleben, bzw. auf die Erektionsfähigkeit?
Nein, überhaupt nicht. Das Sexualleben, die Spermienproduktion und der Hormonhaushalt verändern sich durch die Operation nicht.
- Welche Risiken hat die Operation?
Für einen erfahrenen Operateur ist TESE eine einfache Operation. Sie beinhaltet keine speziellen Risiken. Die Komplikationen, die auftreten können, aber selten sind, sind dieselben, wie bei jedem kleinen operativen Eingriff am Hoden. Dazu gehören die Blutung, Infektion oder Wundheilungsstörungen.
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