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Praxis für Urologie
Dr. med. Aref El-Seweifi
Forum Zehlendorf
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D-14169 Berlin
Deutschland

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Nierenstein

Harnsteine entstehen durch Aneinanderheftung kleiner Kristalle (Kristallisierung) in den Nierenkelchen, dem Nierenbecken oder dem Ureter. Sie bilden sich in erster Linie innerhalb der Niere und lagern sich dann entlang dem Harnleiter ab. Die Ursache ihrer Entstehung hängt zum größten Teil von der Fähigkeit ab, Steine bilden zu können. Durch stark konzentrierten Urin, der die Anhäufung der Kristalle erlaubt, wird diese Fähigkeit unterstützt.

Je kleiner der einzelne Stein ist, desto eher kann er den Körper wieder verlassen, ohne dabei eine Störung zu verursachen (spontaner Abgang). Die Steine, die zu einem Spontanabgang neigen, sind im Durchmesser selten größer als 2-3 mm. Größere Steine erfordern eine andere Therapie. Harnsteine bestehen aus unterschiedlichen Komponenten, z. B. aus Calcium Oxalat, Calcium Phosphat, Harnstoff, Cystin oder anderen Substanzen. Sie kommen vor allem bei Erwachsenen vor, aber in geringem Ausmaß auch bei Kindern.

Die Wirksamkeit einer Diät unter Vermeidung von Schokolade, Tomaten, Spinat (enthält Oxalat), Milch (enthält Calcium) kann in seltenen Fällen hilfreich sein, ist aber wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Die beste Methode, um der Bildung von Harnsteinen vorzubeugen, besteht in der täglichen Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 2 Litern, am besten in Form von Wasser. Dadurch wird der Urin verdünnt und der Kristallbildung, bzw. Steinbildung vorgebeugt.


Die Therapie bei Nierensteinen ist abhängig von deren Größe und den Symptomen, die durch sie verursacht werden. Sind die Steine klein, so lassen sie sich am besten mit Hilfe einer Maschine zerstören. Man spricht hier von der sogenannten elektromagnetischen Stoßwellenlithotripsie (ESWL).

Ist der Stein aber groß und verzweigt, kommt am ehesten eine Kombinationstherapie aus ESWL und Entfernung mit Hilfe eines Endoskops, die sogenannte kutane Litholapaxie (PNL) in Frage. In manchen Fällen muss der Stein aber auch auf herkömmlichem chirurgischen Weg durch eine offene Operation entfernt werden. Die letztgenannte Benandlungsart ist viel besser, einfacher und im Vergleich zur zeitaufwendigen und häufig ineffektiven ESWL, die manchmal über viele Monate durchgeführt werden muss, auch viel kostengünstiger.      



Einfache Röntgenaufnahme des Nierensteins.
Der Stein ist auf der Loge des Nierenbeckens dargestellt.


Wer kommt für die ESWL in Frage?

Patienten, deren Harnsteine sich im Hohlsystem des Harntraktes befinden (Nierenkelchsystem, Nierenbecken oder Harnleiter). Der Stein darf nicht das gesamte Nierenbecken ausfüllen (Nierenausgußstein) und es muss eine Abflußmöglichkeit zur Blase vorhanden sein.      

Wie läuft die Steinzertrümmerung per ESWL ab?

Zuerst wird der Stein per Ultraschall untersucht. Dann legt sich der Patient je nach Lage des betreffenden Steines auf den Rücken oder den Bauch und spezielle Wasserkissen werden an den betroffenen Stellen an seinem Körper angebracht.

Jetzt wird der Stein nochmals mit einem Röntgengerät sichtbar gemacht und mittels eines Gitternetzes auf einer Mattscheibe genau bestimmt. Dann wird der Stein von außen anfangs mit niedriger Intensität, die nach und nach bis zu einem bestimmten Limit ansteigt, mit Schallwellen beschossen. Anzahl der Impulse und Frequenz werden ebenfalls festgelegt.

Der Patient erhält eine physiologischer Kochsalzlösung als Infusion. Einige Patienten, die während der Behandlung über Schmerzen klagen, erhalten ein Schmerzmittel. Nach der Behandlung kann sich der Urin vorübergehend rot anfärben, was aber vollkommen normal ist.      



Nierenstein
Der Stein liegt im Nierenbecken.
K = Niere / S = Stein



Häufig gestellte Fragen (FAQ):

  1. Was versteht man unter nicht invasiver Behandlung von Nierensteinen?

    Die berührungsfreie Zertrümmerung von Nierensteinen wird durch eine spezielle Energie (elekromagnetisch, hydraulisch oder piezoelektrisch) erreicht. Diese Energie wird über Wasser und über den Körper, der aus einem hohen Wassergehalt besteht, direkt auf die Oberfläche des betreffenden Steines übertragen. Da die Steinoberfläche hart ist, kann sie die Energie nicht übertragen. Der Stein zerbricht daher in kleine Teile.

  2. Ist die ESWL zur Behandlung aller Arten von Nierensteinen geeignet?

    Nein, sie eignet sich nur zur Behandlungen von Steinen mit niedrigem Wassergehalt. Weiche Steine können dadurch nicht zertrümmert werden. Auch große Steine (Nierenausgusssteine) sind mit dieser Methode schwierig zu behandeln. Sie sind zu groß und es dauert sehr lange, bis sie auf die Behandlung reagieren.

  3. Ist die ESWL-Behandlung schmerzhaft?

    Meist nicht. Wenn ein Teil der Energie aber vom Brustkorb (den Rippen) absorbiert wird, so kann es zu Schmerzen kommen. Auch die Nierenkapsel kann sich unter Einfluß der Energie dehnen und dadurch Schmerzen verursachen.

  4. Kann man das Auftreten von Schmerzen während der Behandlung vermeiden?

    Ja, sollte es zu Schmerzen kommen, wird intravenös ein Schmerzmittel verabreicht. Im Allgemeinen treten während der Behandlung aber keine ernst zu nehmenden Schmerzen auf.

  5. Kommt es sofort nach ESWL-Behandlung zum Verschwinden der Steine?

    Nein, es dauert einige Tage bis Wochen und ist abhängig von Größe und Auflösungsgrad der Steine.

  6. Ist PNL schmerzhaft?

    Nein, denn die Behandlung erfolgt in Narkose.

  7. Kommt es nach PNL-Behandlung zum Verschwinden der Steine?

    Meist ja. Manchmal kann es aber schwierig sein, die kleinen Fragmente, die sich in einem der Nierenkelche befinden, zu erreichen, so dass man etwas warten oder auf die ESWL zurückgreifen muss.

  8. Warum sollte man nach PNL eine Drainage in die Niere einlegen?

    Dies geschieht, um eine Drainage der Niere zu garantieren und dadurch die Nierenfunktion aufrecht zu erhalten. Sie ermöglicht darüberhinaus das Abfließen von möglichen Steinresten. Außerdem können über das Drainageröhrchen weitere Untersuchungen der Niere und der Harnleiter mit Röntgenkontrastmittel durchgeführt werden.

  9. Wohin mündet das Drainageröhrchen?

    Es wird mit einem Urinbeutel verbunden und dadurch werden Urin und Steinfragmente gesammelt.

  10. Wann kann die Drainage entfernt werden?

    Sobald alle Steine beseitigt sind. Dann wird das Drainageröhrchen verschlossen und wenn kein Fieber oder Schmerzen auftreten und keine Flüssigkeit mehr durchsickert wird es entfernt. Dann macht man einen Verband und innerhalb von 24 Stunden heilt die Wunde.

  11. Zu welchen Komplikationen kann es bei PNL kommen?

    Die wichtigste mögliche Komplikation besteht in einer Durchstechung (Perforation) des Nierenbeckens. Weitere Komplikationen sind Infektion und Blutung. Selten kommt es zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Niere.

  12. Wie kann man auftretende Komplikationen behandeln?

    Eine Perforation des Nierenbeckens behandelt man durch Einlage einer Drainage. Der Patient muss danach Bettruhe einhalten. Bei Auftreten einer Blutung wird ein Kompressionsverband angelegt und der Patient ebenfalls zur Bettruhe aufgefordert. In all diesen Fällen sollten außerdem Antibiotika verabreicht werden.

  13. Was kann man selbst tun, um vorhandene Nierensteine zu beseitigen?

    Man sollte mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, am besten Wasser, und sich darüber hinaus viel bewegen um das Abfließen der Steine über den Harnleiter in die Blase zu unterstützen.

  14. Sollte man nach der Behandlung Medikamente einnehmen?

    Ich gebe einige Kapseln, die das Abfließen der Steine unterstützen.

  15. Wie kann man verhindern, dass es zur erneuten Bildung von Steinen kommt?

    Am besten durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (möglichst 2 Liter am Tag, am besten Wasser). Wenn man sich in warmen Ländern aufhält, sollte man noch mehr Flüssigkeit zu sich nehmen. Leidet man an einer Herzerkrankung, sollte man sich vorher mit einem Internisten über die geeignete Flüssigkeitsmenge absprechen.

  16. Stimmt es, dass Sand und Staub die Bildung von Steinen verursachen können?

    Nein, das ist nicht wahr.

  17. Kann man das Auftreten von Steinen durch bestimmte Diäten verhindern?

    Hierüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Ein sehr wirkungsvoller Schutz besteht in ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und durch Einnahme bestimmter Medikamente. Es besteht kein Anlass zur Einhaltung strikter Diätmaßnahmen, außer bei ganz bestimmten Steinen, die allerdings nur sehr selten vorkommen.