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Penisprothese

Der Einsatz von flexiblen und semiflexiblen Penis-Prothesen bedeutet für die Behandlung der erektilen Dysfunktion einen großen Fortschritt. Entwicklungsfortschritte auf den Gebieten von Biochemie und Hydraulik führten zur Entwicklung dieser neuartigen Prothesen, die im Körper zu keinen unerwünschten Reaktionen führen. Sie funktionieren auf hydraulischer Basis. Sie können sicher und unauffällig implantiert werden und ihre Funktion entspricht weitgehend dem natürlichen Erektionsablauf. Die Prothesen wurden bereits bei Tausenden von Patienten komplikationslos und erfolgreich implantiert.

Der Penis besteht aus drei separaten Zylindern: dem Corpus Spongiosum (Harnröhrenschwellkörper), in dem die Harnröhre verläuft und den beiden seitlichen Corpora Cavernosa (Schwellkörpern), die eine schwammartige Substanz enthalten. Diese können sich in Abhängigkeit der Durchblutung ausdehnen und ermöglichen dadurch die eigentliche Erektion. Wenn sie mit Blut gefüllt sind, werden sie steif, fließt das Blut wieder ab, so werden sie schlaff. Die ungestörte Funktionsweise wird sowohl psychisch, als auch durch den Zustand der betreffenden Arterien, Venen und Nerven beeinflusst. Im Falle einer nicht erfolgreichen medikamentösen Therapie kann eine Penisprothese erfolgreich eingesetzt werden.

Die hydraulische Penisprothese hat zwei Zylinder, ein Flüßigkeitsbehälter und eine Pumpe. Die Erektion entsteht wenn man die Pumpe mehrmals drückt, so daß die Flüßigkeit vom Behälter in den Zylinder fließt und diesen füllt und eine Erektion hervorbringt. Die Erektion wird beendet wenn man die Pumpe anhaltend drückt um die Flüßigkeit in den Behälter zurück zu bringen.

Die Semiflexible Penisprothese hat lediglich zwei Zylinder. Die Erektion wird erzielt wenn man sie nach oben biegt. Die Erektion wird beendet wenn man sie nach unten biegt.     



Anatomie des Urogenitaltraktes



Schnittführung



Wer kommt für diesen Eingriff in Frage?

Patienten, die nicht auf eine medikamentöse Behandlung der Impotenz ansprechen oder diejenigen, die keine Medikamente einnehmen möchten, kommen für diese Operation in Frage. Eine Penisprothese sollte aber keines Falls bei psychologisch bedingter Impotenz eingesetzt werden.     

Wie läuft der Eingriff ab?

Der Patient liegt auf dem Rücken. Ein langer Schnitt in der Mitte zwischen Penis und Skrotum (Hodensack) ermöglicht den Zugang zu den Schwellkörpern. Anschließend wird der betreffende Bereich von Blut und Geweberesten befreit und die Länge der einzusetzenden Prothese bestimmt, diese wird eingesetzt. Dann wird die aus Bindegewebe bestehende Trennwand des Hodensackes so präpariert, dass zwischen den beiden Hoden unsichtbar die noch fehlende Pumpe eingesetzt werden kann. Anschließend wird diese dort mit zwei Nähten fixiert.

Danach erfolgt ein Einschnitt am seitlichen Unterbauch, um Zugang zum Bauchfell (Peritoneum) zu erhalten, welches dann eröffnet wird. Anschließend erfolgt eine tunnelartige Konstruktion zwischen dem Einschnitt zwischen Penis und Hoden und dem Einschnitt am Unterbauch. Jetzt werden die Verbindungsstücke zwischen den Zylindern und dem Flüssigkeitsreservoir durch den Tunnel durchgezogen und mit dem Flüssigkeitsreservoir verbunden. Das Flüssigkeitsreservoir wird in die Bauchhöhle, bzw. das Peritoneum eingesetzt und anschließend erfolgt der Wundverschluss. Anschließend wird durch Füllung der Zylinder eine Erektion erzeugt, um durch Druck auf das Gewebe eine Blutung zu vermeiden.

Bei semiflexiblen Prothesen sind Pumpe und Flüssigkeitsreservoir nicht erforderlich, die Operation ist dadurch von kürzerer Dauer und für den Patienten einfacher.     

Wie verläuft die Heilung?

Die Wunden heilen innerhalb von zehn Tagen. Am zweiten Tag nach der Operation wird der Penis künstlich erschlafft. Die Zylinder müssen jeden Tag zehn Minuten lang gefüllt werden, damit der durch die Operation geschaffene Raum erhalten bleibt bis die endgültige Heilung erreicht ist. Der Patient kann das Krankenhaus zwei Stunden nach der Operation verlassen. Bis zur endgültigen Heilung wird er ambulant weiterbetreut.

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen, kann es auch hier zu Komplikationen kommen. Dazu zählen: Infektionen (am schwerwiegendsten), Wundnässen, Blutungen und Wunddehiszenzen. Diese Komplikationen sind allerdings sehr selten und können im Fall ihres Auftretens sehr effektiv behandelt werden. Eine Infektion läßt sich durch Verabreichung eines Breitspektrumantibiotikums wirkungsvoll vermeiden. Bei einer kleinen Anzahl von Patienten kann es zu Harnverhalt und Schmerzen im Penis kommen, beides läßt sich schnell und effektiv behandeln.

 

 

Röntgenbild des Penis
kein Rückfluss in die Vene
des Penis
Röntgenbild des Penis
mit ausgeprägtem Rückfluss durch die Vene des Penis als eine Indikation für die Implantation einer Penisprothese



Häufig gestellte Fragen (FAQ):

  1. Ist die Prothese nach der Implantation sichtbar?

    Nein.

  2. Kommt es zu Empfindungsveränderungen?

    Nein, es kommt anfangs zwar zu leichten Beschwerden, diese verschwinden aber nach ca. 4-6 Wochen.

  3. Ist das Gefühl bei Ausübung des Geschlechtsverkehrs mit Penisprothese normal wie vorher?

    Die Prothese verleiht dem erigierten Penis Festigkeit. Er fühlt sich harter an, aber die Partnerin gewöhnt sich daran, denn der Unterschied ist nur minimal.

  4. Wie lange dauert es, bis Geschlechtsverkehr wieder ausgeübt werden kann?

    Geschlechtsverkehr kann nach ca. 6 Wochen wieder ausgeübt werden.

  5. Hat die Operation einen Vergrößerungseffekt auf den Penis?

    Ja, die hydraulisch aufblasbare Prothese führt in aufgeblasenem Zustand zu einer Verlängerung und Verdickung des erigierten Penis.

  6. Gibt es nach der Operation irgendwelche Einschränkungen bezüglich der Ausübung des Geschlechtsverkehrs?

    Nein, Sie können Geschlechtsverkehr so oft und so lange ausführen, wie Sie möchten.

  7. Kann es zu Komplikationen kommen?

    Als wichtigste Komplikationen seien hier die Infektion (2-8%) und die Deformierung des Penis durch eine nicht richtig angepasste Prothese genannt, in sehr seltenen Fällen kann eine erneute Operation oder die Entfernung des Implantates notwendig sein.


Die semiflexible Penisprothese im erregierten Zustand.
a = Zylinder der Penisprothese im Schwellkörper versteckt


Hydraulische Penisprothese im schlafenden Zustand
a = Zylinder der Prothese im Schwellkörper versteckt
b = Flüssigkeitsbehälter im Bauch versteckt
c = Pumpe zwischen den Hoden versteckt


Die hydraulische Penisprothese im erregierten Zustand
a = Zylinder der Prothese im Schwellkörper versteckt
b = Flüssigkeitsbehälter im Bauch versteckt
c = Pumpe zwischen den Hoden versteckt