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Verfrühter Samenerguß (Ejaculatio praecox)
Die vorzeitige Ejakulation (vorzeitiger Samenerguss) ist hauptsächlich ein Problem jüngerer Menschen. Als Ursachen kommen eine mögliche Beeinträchtigung des autonomen Nervensystems oder psychosomatische Ursachen wie Angst, Stress oder Partnerkonflikte in Frage. Die Ursachen sind zum Teil auch altersabhängig. Die vorzeitige Ejakulation belastet die Partnerin und führt selbst bei verheirateten Paaren zu Konflikten.

Als erfolgversprechende Therapien seien hier das sexuelle Training und ein Ausüben des Geschlechtsverkehrs in wechselnden Positionen genannt (Masters und Johnson), um auf die Überempfindlichkeit der Eichel einen Einfluss auszuüben. Dies führt aber nicht immer zum gewünschten Erfolg. Als weitere Behandlung stehen Medikamente zur Verfügung, die die Ejakulation vermindern, bzw. verzögern. Leider kann es hier zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, die sich negativ auf den Kreislauf auswirken bis hin zu einem vorübergehenden Ausbleiben der Ejakulation (Anejaculation). Die Ejakulation tritt dann ohne irgendeine Beeinträchtigung der Sexualität wieder ein, wenn die Medikamente abgesetzt werden.

In den letzten Jahren hat sich auch hier eine chirurgische Therapie entwickelt, die sehr vielversprechend ist. Man unterbindet hierbei die die Eichel versorgenden feinen Nervenverbindungen, was zu einer Verminderung der Empfindlichkeit der Eichel führt. Sie kann bei Patienten angewandt werden, deren Erektion intakt ist und die positiv auf die Injektion von Medikamenten zur Erzeugung einer künstlichen Erektion reagieren. Sie führt allerdings bei Patienten mit Impotenz oder einer Venenerkrankung des Penis zu keinen Verbesserungen.      



Schnittführung


Wer kommt für diesen Eingriff in Frage?

Für alle, die unter vorzeitiger Ejakulation leiden, gleichzeitig aber über intakte Nerven im Pudendus Bereich und über eine ausreichende Erektion verfügen ist diese Operation geeignet.      

Wie läuft der Eingriff ab?

Der Patient liegt auf dem Rücken. Nach der Desinfektion erfolgt eine Lokalanästhesie um den Penisschaft schmerzunempfindlich zu machen. Anschließend erfolgt auf jeder Seite am unteren Teil des Schaftes hinter der Eichel ein kleiner querer Einschnitt. Dann werden die sehr kleinen Nervenfasern, die durch das Areal laufen, unterbunden, um die Empfindlichkeit der Eichel zu vermindern. Danach erfolgt der Wundverschluss mit anschließendem Verband.      



Nervendurchtrennung
Die Durchtrennung der kleinen peripheren Nervenzweigen der Eichel
ist mit roten Pfeilen markiert.


Häufig gestellte Fragen (FAQ):     

  1. Kann man die vorzeitige Ejakulation mit Medikamenten behandeln?

    Ja, das ist manchmal möglich.

  2. Welche Nebenwirkungen treten bei einer medikamentösen Behandlung auf?

    Diese Medikamente beeinflussen das Kreislaufsystem und können zu Schwindel führen. Sie können auch zu einer Blutdruckerniedrigung führen, das ist auch der Grund, warum die Dosis nur langsam erhöht werden darf. Letztendlich können sie auch zu verminderter Ejakulation führen oder diese kann gegebenenfalls gänzlich ausbleiben.

  3. Ist der Verlust der Ejakulation auf Grund von Medikamenten lang andauernd?

    Nein, er ist nur vorübergehend. Nach Absetzen der Medikamente kommt es wieder zu einer normalen Ejakulation.

  4. Ist es gefährlich, die Nervenfasern der Eichel zu durchtrennen?

    Nein, sie werden auch nur teilweise durchtrennt um die Empfindlichkeit der Eichel herabzusetzen. Das führt dann zu einer Verzögerung der Ejakulation.

  5. Kommt es zu einer Beeinträchtigung von Erektion und Potenz?

    Nein, sie werden nicht beeinträchtigt.

  6. Kann es bei der Operation zu Komplikationen kommen?

    Als Komplikationen wären eine Blutung, eine Verletzung des Schwellkörpers (selten), die Infektion, eine Verletzung der Harnröhre (selten) und ein übermäßiger Empfindungsverlust an der Eichel zu nennen. Manchmal zeigt der Eingriff auch überhaupt keine Wirkung.

  7. Wie lange dauert es, bis man nach der Operation wieder Geschlechtsverkehr ausüben kann?

    Um jede mögliche Blutung oder Infektion zu vermeiden, sollte man sechs Wochen nach der Operation keinen Geschlechtsverkehr ausüben.